@irsign's blog


(West)Deutschland und die Papas

Wenn Männer sich um das Kind genauso kümmern wie die Frau, gibt es drei Möglichkeiten.

Die erste: Das Paar wohnt/lebt in Skandinavien, wo Frau und Mann beide arbeiten gehen, das Kind in die Kita geht, sich beide gleich kümmern und auch mal der Banker das Kind vom Kindergarten abholt und das Wort Femminismus total überflüssig ist.

Möglichkeit zwei:

Du hast eine Zeitmaschine genommen, bist ins Jahr 1988 gefahren und in Ostdeutlschland gelandet.

Möglichkeit drei:

Du bist einfach ein normal denkender Mensch, der es noch nie so mit 60er Jahren Rollenclichés hatte.

Ich persönlich finde alle drei Möglichkeiten ziemlich normal und nicht weiter erwähnenswert. Der einzige Unterschied zwischen Mama und Papa ist, dass die Mama das Kind kriegt, mehr nicht.

Nun gibt es immernoch viele Menschen und Politiker die in alten Rollen verhaften. Der Mann geht arbeiten, Frau bleibt zu Hause, kümmert sich, usw. Können sie von mir aus tun, habe ich ÜBERHAUPT kein Problem mit, wenn alle Beteiligten glücklich und zufrieden sind. Manchmal ist dieses Schicksal auch nicht immer freiwillig gewählt, da das mit dem Arbeiten und Wetsdeutschland leider immer noch etwas schwierig ist. Aber wie gesagt, jeder so wie er will!

Was ich ja nicht so ganz verstehe sind Menschen, die sich zwar sagen, dass sich sich ja genauso um das Kind kümmern wie die Frau, es aber permanent als etwas ABSOLUT weltbewegendes Darstellen, dass sie ihre Frau entlasten und ganz stark betonen, dass sie ja nicht dem Rollencliché entsprechen. Ich meine, ich bin ja so froh, dass manche so einen tollen Mann haben, der die ganze Zeit davon labert, dass er nicht den 60er Jahre Rollenclichés entspricht, aber irgendwie ist das für mich so wie mit Menschen, die die ganze Zeit über Sex reden. Da denke ich auch immer: Wer viel drüber redet hat keinen oder will keinen. In mir keimt einfach dieses Gefühl beim Zuhören / Lesen, dass da jemand doch in Clichés denkt und dann muss man ja erwähnen, dass man ja gar nicht so ist.  So ähnlich wie sich man einer ja auch mal beweisen muss, dass er nicht schwul ist oder nicht ausländerfeindlich oder so ('Mein Kollege ist Ausländer').

Wenn man so einen 60erJahreCliché-Mann reden hört (was er ja natürlich nicht ist! *hüstel*), sollte man wirklich mal drüber nachdenken, ob man ihm mindestens den Oscar UND den Nobelpreis verleihen sollte. Ja gut, es gibt auch Männer die nehmen Elternzeit und die Frau geht arbeiten. Manch einer soll ja sogar das Kind manchmal in die Kita bringen und abholen oder sogar nachts zum Füttern aufstehen. Das ist ja schon alles sehr außergewöhnlich für einen westdeutschen Mann, aber das sind dann ja so Normaldenkende, das zählt ja nicht. Nur wenn man das die GANZE Zeit kundtut, dass man von der Arbeit kommt und dann die verbliebenen paar Minuten bis das Kind ins Bett geht Zeit mit selbigen verbringt, nur dann muss man schon ein ganz besonderer Papa sein, sonst müsste man das doch nicht extra erwähnen, oder? So besonders, dass man das permanent erzählen muss. Vielleicht können diese Menschen ja auch FIFA Präsident werden oder mindestens Griechenland retten!

Ach ja, ihr seht schon. Wahrscheinlich bin ich nur a) neidisch oder b) eine Rabenmutter, die alles ihren Mann machen lässt und es nicht wahrhaben will, dass andere Väter NOCH toller sind. Sucht es euch aus!

6.6.15 13:49

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