@irsign's blog


Angst

Bevor man ein Kind bekommt, denkt man, dass das Schlimmste was passieren könnte der Tod des Kindes ist. Das ist auch in der Tat so. Nur, dass die Angst noch viel, viel schlimmer ist, als man es sich jemals vorstellen konnte. Jemand hat mal zu mir gesagt, dass er erst wüsste was Angst ist seitdem er Kinder hätte. Und das ist so wahr. Alles was man vorher als Angst empfunden hat ist pillepalle dagegen.

 

Was einem vorher nicht bewusst war, dass das aber nicht die einzige Angst ist. Damit verbunden sind nämlich auch Ängste vor der eigenen Krankheit. Was wenn man selbst krank wird und sich nicht kümmern kann oder der Vater? Niemand hat einem gesagt, dass jeder Krebstod eines Elternteils von dem man z.B. im Fernsehen erfährt einen Kloß im Hals verursacht.

 

Der Begriff Löwenmutter hat für mich jedenfalls eine ganz neue Bedeutung. Löwenmutter heißt für mich nicht, dass ich aufpasse, dass kein anderes Kind meinem sein Sandförmchen wegnimmt. Es heißt für mich auch nicht, dass man das Kind nicht kritisieren darf. Nein. Es heißt, dass man alles tut dafür, dass es dem Kind SEELISCH gut geht. Dazu gehört z.B., dass man im Straßenverkehr noch mehr aufpasst als vorher, auch wenn das Kind nicht an Bord ist, denn man will ja nicht dem Kind die Mutter wegnehmen. Passiert etwas, was dem Kind vermeintlich seelisch schaden könnte, dann wird man zur Löwenmutter. Man entwickelt unglaubliche Gefühle. Hass, Liebe, Wut in seiner extremsten Form. Gefühle, von denen man vorher teilweise nicht einmal wusste, dass sie in einem schlummern. Und man kämpft für das vermeintliche Wohl des Kindes. Allein der Gedanke daran, dass dem Kind auch nur etwas schaden könnte, können einen ohnmächtig vor Wut machen. Niemand hat einen vor diesen Gefühlen gewarnt.

2.8.16 22:37, kommentieren

Westdeutsche Familien und Kinder - Teil 2

Ein wirklich sehr guter und treffender Artikel aus FAZ zum Thema von neulich. LESEEMPFEHLUNG!

9.6.15 20:19, kommentieren

(West)Deutschland und die Papas

Wenn Männer sich um das Kind genauso kümmern wie die Frau, gibt es drei Möglichkeiten.

Die erste: Das Paar wohnt/lebt in Skandinavien, wo Frau und Mann beide arbeiten gehen, das Kind in die Kita geht, sich beide gleich kümmern und auch mal der Banker das Kind vom Kindergarten abholt und das Wort Femminismus total überflüssig ist.

Möglichkeit zwei:

Du hast eine Zeitmaschine genommen, bist ins Jahr 1988 gefahren und in Ostdeutlschland gelandet.

Möglichkeit drei:

Du bist einfach ein normal denkender Mensch, der es noch nie so mit 60er Jahren Rollenclichés hatte.

Ich persönlich finde alle drei Möglichkeiten ziemlich normal und nicht weiter erwähnenswert. Der einzige Unterschied zwischen Mama und Papa ist, dass die Mama das Kind kriegt, mehr nicht.

Nun gibt es immernoch viele Menschen und Politiker die in alten Rollen verhaften. Der Mann geht arbeiten, Frau bleibt zu Hause, kümmert sich, usw. Können sie von mir aus tun, habe ich ÜBERHAUPT kein Problem mit, wenn alle Beteiligten glücklich und zufrieden sind. Manchmal ist dieses Schicksal auch nicht immer freiwillig gewählt, da das mit dem Arbeiten und Wetsdeutschland leider immer noch etwas schwierig ist. Aber wie gesagt, jeder so wie er will!

Was ich ja nicht so ganz verstehe sind Menschen, die sich zwar sagen, dass sich sich ja genauso um das Kind kümmern wie die Frau, es aber permanent als etwas ABSOLUT weltbewegendes Darstellen, dass sie ihre Frau entlasten und ganz stark betonen, dass sie ja nicht dem Rollencliché entsprechen. Ich meine, ich bin ja so froh, dass manche so einen tollen Mann haben, der die ganze Zeit davon labert, dass er nicht den 60er Jahre Rollenclichés entspricht, aber irgendwie ist das für mich so wie mit Menschen, die die ganze Zeit über Sex reden. Da denke ich auch immer: Wer viel drüber redet hat keinen oder will keinen. In mir keimt einfach dieses Gefühl beim Zuhören / Lesen, dass da jemand doch in Clichés denkt und dann muss man ja erwähnen, dass man ja gar nicht so ist.  So ähnlich wie sich man einer ja auch mal beweisen muss, dass er nicht schwul ist oder nicht ausländerfeindlich oder so ('Mein Kollege ist Ausländer').

Wenn man so einen 60erJahreCliché-Mann reden hört (was er ja natürlich nicht ist! *hüstel*), sollte man wirklich mal drüber nachdenken, ob man ihm mindestens den Oscar UND den Nobelpreis verleihen sollte. Ja gut, es gibt auch Männer die nehmen Elternzeit und die Frau geht arbeiten. Manch einer soll ja sogar das Kind manchmal in die Kita bringen und abholen oder sogar nachts zum Füttern aufstehen. Das ist ja schon alles sehr außergewöhnlich für einen westdeutschen Mann, aber das sind dann ja so Normaldenkende, das zählt ja nicht. Nur wenn man das die GANZE Zeit kundtut, dass man von der Arbeit kommt und dann die verbliebenen paar Minuten bis das Kind ins Bett geht Zeit mit selbigen verbringt, nur dann muss man schon ein ganz besonderer Papa sein, sonst müsste man das doch nicht extra erwähnen, oder? So besonders, dass man das permanent erzählen muss. Vielleicht können diese Menschen ja auch FIFA Präsident werden oder mindestens Griechenland retten!

Ach ja, ihr seht schon. Wahrscheinlich bin ich nur a) neidisch oder b) eine Rabenmutter, die alles ihren Mann machen lässt und es nicht wahrhaben will, dass andere Väter NOCH toller sind. Sucht es euch aus!

6.6.15 13:49, kommentieren

Nachtrag zur ESC-Zusammenfassung

Und hier noch einige Fakten zum Jury- und Televoting, die ich eben las. Schweden hat primär aufgrund des Juryvotings gewonnen, Måns Zelmerlöw kam bei den Juroren auf den ersten Rang, im reinen Televoting allerdings nur auf den dritten Platz. Wäre es nur nach den Juroren gegangen, hätte Schweden mit 353 Zählern eindeutig vor Lettland und Russland gewonnen. Deutschland wäre zumindest mit 24 Punkten auf den 20. Rang gelandet, Polen hätte den letzten Platz belegt.

 

Beim reinem Televoting hätte der Sieger Il Volo aus Italien geheißen, ebenfalls relativ eindeutig mit 356 Punkten vor Russland mit 286 Zählern und Schweden mit 272 Punkten. Auf den Plätzen dahinter tummeln sich Belgien, Estland und Australien. Das von den Juroren hoch bepunktete Lettland hätte den neunten Rang belegt. Im reinen Televoting wäre Deutschland vor Großbritannien, Frankreich und Österreich auf dem 24. Platz gelandet. Auch im Televoting hätte Österreich keinen einzigen Punkt erhalten, dafür allerdings 40 im Juryvoting, was Platz 13 für die Gastgeber bedeutet hätte.  

 

Jury:
1. Schweden
2. Lettland
3. Russland
13. Österreich
20. Deutschland

Televoting:
1. Italien
2. Russland
3. Schweden
4. Belgien
5. Estland
6. Australien
9. Lettland
24. Deutschland
25. GB
26. Frankreich
27. Österreich

Gesamt-Platzierungen

1. Schweden: Måns Zelmerlöw
2. Russland: Polina Gagarina
3. Italien: Il Volo
4. Belgien: Loïc Nottet
5. Australien: Guy Sebastian
6. Lettland: Aminata Savadogo
7. Estland: Elina Born & Stig Rästa
8. Norwegen: Mørland & Debrah Scarlett
9. Israel: Nadav Guedj
10. Serbien: Bojana Stamenov
 
Die letzten Jahre waren sich Jury und Publikum ja immer einig, was den Sieger angeht. Nur 2011 waren sich Jury und Publikum ebenfalls uneins. Damals war es genau andersrum. Es gewann Aserbaidschan auf Grund des Televotings, während Italien bei den Juroren gewann und somit insgesamt auf dem 2. Platz landete.
 
Mehr dazu übrigens hier .

25.5.15 13:40, kommentieren

Mein ESC-Fazit

Alles wie immer beim ESC. Ein Lied für welches ich nicht gevoted hätte gewinnt (ich glaube ja am ehesten wegen dieser schönen Bühnen-Show) und meine Lieder gewinnen nicht. Deutschland schneidet schlecht ab und fragt sich wieso und mutmaßt schon wieder, dass alle sich gegen die verschworen haben, weil man 'uns' ja nicht mag.

Aber mal der Reihe nach. Gucken wir uns das alles mal genauer an:

Dieses Jahr haben zehn Länder fast alle Punkte abgesahnt, etwa 90 Prozent. Für den Rest blieb dann nicht mehr viel übrig. Wenn man sich anguckt, dass der Sieger weit über 300 Punkte hat und der 9. Platz immerhin noch 97 Punkte und dann der 10. Platz nur noch 53 Punkte hat, dann sagt das schon viel aus. D.h., dass zwischen dem 27. und dem 10. Platz gerade mal 50 Punkte liegen bei 40 Ländern die votiert haben. Ob man jetzt 20. mit 19 Punkten oder letzter mit 0 Punkten wird, ist dann meiner Meinung nach eher Zufall und hat nichts mit 'die mögen uns einfach alle nicht' zu tun. Das kann die Startreihenfolge sein oder auch ob man ein Nachbarland hat, indem die gleichen Musiker bekannt sind oder gar herkommen noch einen Punkt mehr kriegt.

Beispiel: Die meisten griechischen Sänger/innen (so wie die griechische Teilnehmerin gestern) sind gebürtige Zyprioten, klar, dass die aus ihrem Land Punkte bekommen. San Marino ist quasi ein Teil Italiens. Natürlich geben die Italien die volle Punktzahl. Alles andere wäre doch auch total bescheuert. In den ehemaligen Sowjetrepubliken wohnen viele Russen, natürlich rufen die für Russland an, machen die Deutschen auf Malle doch auch. Sowas entscheidet aber nicht über den Sieg, sondern nur über die Positionen unter 'ferner liefen'. Der Rest ist Glück / Zufall / Können / Nicht können. Waren der deutsche und österreichische Beitrag am Schlechtesten? Definitiv Nein. Waren sie eine Offenbarung? Nein? Blieben sie hängen? Leider auch nein. Das nett oder nicht so schlimm wie andere Beiträge nicht reicht, hat man oft genug im Halbfinale gesehen. Wenn man in jedem Land immer nur auf 11. oder 12. oder 13. gesetzt wird, kriegt man keine Punkte. Ein anderes Land wird vielleicht viel öfter schlechter gesetzt, hat aber das Glück aus ein bis zwei Ländern Punkte zu bekommen, vielleicht auch, weil da so viele Menschen aus dem eigenen Land wohnen. In Griechenland zum Beispiel leben ca. 1 Millionen Albaner, das ist gut 1/10 der Bevölkerung. Natürlich rufen die für Albanien an. Jurywertung hin- oder her, das gibt dann auch Punkte! Wer sich die genauen Bewertungen angucken möchte, kann das hier tun. Ich denke jedenfalls alle Verschwörungstheorien bezüglich 'wir kriegen nie Punkte, keiner mag uns' sind Quatsch, sonst wäre Russland mit dem Sympathieträger Nr. 1 (aka Putin) niemals 2. geworden. Und die haben eben auch bei der deutschen Jury (bestehend aus Nicht-Russen) gut abgeschnitten.

Was man wieder mal sieht ist, dass die Gewinner-Lieder sowohl in allen Ländern als auch bei Jury und Publikum gut ankommen müssen. Ob man dann auf 5 oder 15 landet, da entscheiden dann wohl doch die Jury. Auch wenn meine Lieder oft von Jurywertungen profitieren und dadurch viel besser abschnitten als sie es durch reines Telefonvoting täten, bin ich für die Abschaffung selbiger. Entweder ich gebe die Wertung komplett in die Hand sogenannter Experten oder ich mache einen Publikumsentscheid draus. Aber der derzeitige Mischmasch-Weg gefällt mir selber gar nicht. Warum sollen 5 Leute die Meinung von Millionen wieder aufheben? Deutschland findet das italienische Lied am besten, aber die Jury selbiges nicht und deshalb kommt eine völlig andere Punktevergabe raus.

Was ich persönlich auch nicht verstehe ist, wie die deutsche Jury angeblich unabhängig voneinander die Lettin (!) auf eins gesetzt hat. Interessanterweise aber auch erst im Finale. Vorher haben die nicht alle auf Platz eins gesehen. Ebenso fand die deutsche Jury im Halbfinale den schwedischen Beitrag meist eine Position schlechter als den norwegischen, das hat sich dann aber innerhalb eines Tages geändert. Zuviel durch die Medien geklickt oder zu viele Wettquoten geguckt? Ich weiß es nicht. Ich finde jedenfalls, dass der ESC komplett wieder in die Hände des Publikums gehört. Dafür nehme ich die Punkteschieberei auch gerne in Kauf.

Edit: Ich habe ganz vergessen zu erwähnen, dass es dringend eines kürzeren Finales bedarf. Maximal 22 Teilnehmer sollte es geben, dazu muss man dann im Halbfinale einfach mehr rausschmeißen und eventuell auch mal den Freibrief für die Big5 in Frage stellen.

(P.S.: Das Schönste am ESC ist doch eh das gemeinsame Gucken! )

24.5.15 20:11, kommentieren

All time ESC-Favourites

Hier mal kurz meine All-Time-Favourite-ESC-Beiträge, welche leider meistens nicht gewonnen haben. Man sieht jedenfalls, dass in den letzten Jahren echt mal das ein oder andere wirklich gute Lied dabei war. In den 90ern hatte ich leider einige abstinente Jahre.

Türkei - Athena 'For real' (2004)

Norway - Morland & Debrah Scarlett 'Monster Like Me' (2015)

Norway - Carl Espen 'Silent Storm' (2014)

Niederlande - Anouk 'Birds' (2013)

Niederlande - The Common Linnets 'Calm After The Storm' (2014)

Österreich - Conchita Wurst 'Rise Like A Phoenix' (2014) 

Irland - Johnny Logan 'Hold me now' (1987)

Italien -Raphael Gualazzi 'Madness Of Love' (2011)

Urkaine - Verka Serduchka 'Dancing Lasha Tumbai' (2007)

Griechenland - Koza Mostra feat. Agathon Iakovidis - Alcohol Is Free (2013)

Schweden - ABBA 'Waterloo' (1973)

22.5.15 13:47, kommentieren

ESC2015

So. Endlich habe ich mich durch alle vier Eurovision-Songcheck-Sendungen auf eurovision.de durchgeguckt und kann meine ersten Eindrücke wiedergeben.

Also, erst einmal muss ich sagen, dass ich das Gefühl habe, dass sehr viele Solokünstlerinnen dabei sind, die so (Schrei-)Balladen singen (Spanien, Griechenland, Russland,...). Die können zwar zum Großteil wirklich singen, aber erstens ist das nicht so mein Geschmack und zweitens kann ich die jetzt nicht mal mehr auseinanderhalten.

Zum anderen sind (Dank Common Linnets) sehr viele Duos am Start, die sind aber zum Glück nicht alle schlecht.

Fangen wir mal an.

Mein Lieblingslied ist derzeit das aus Norwegen. Das Lied wird ebenfalls von einem Duo performed und es ist auch eine Ballade, aber vor allem mit der Wendung gegen Ende des Liedes gefällt es mir sehr, sehr gut. Außerdem fand ich das Duo aus Estland ganz okay und der Slowenische-Beitrag war eine ganz nette Adele-Kopie. Die Top 3 steht also erstmal für mich.

An was kann ich mich noch erinnern?

Auf jeden Fall an Finnland! PunkRock! Yeah! Musikalisch finde ich das Lied nicht so gut wie Norwegen (vor 20 Jahren hätte ich es geliebt), trotzdem drücke ich ihnen ganz, ganz doll die Daumen. Erstens wegen ihrer Geschichte, zweitens weil es nunmal Finnland ist und drittens weil es sich Glück auch abhebt vom Rest. Ich hoffe sehr, dass die einen guten Platz belegen. Problematisch finde ich, dass das Lied so kurz ist. Mir ist aufgefallen, dass das Lied vor allen Dingen durch mehrmaliges Hören enorm gewinnt.

Was blieb noch hängen? Ach ja, Italien. Denen werden große Chancen bei den Buchmachern eingeräumt. Das Lied kommt sehr balladig und dramatisch her und ist sicherlich kein Lied, was ich mir kaufen würde, trotzdem kann ich mit dem Lied gut leben, wird es doch von drei jungen, feschen Italienern vorgetragen und vor allen Dingen wird es auf italienisch gesungen, da klingt doch einfach alles gleich gut.

Ganz großer Favorit bei den Buchmachern ist derzeit leider Schweden. Schweden ist ja ein tolles Land, das Lied ist aber so gar nicht meins. Es kommt aber bei den jungen Leuten sicher gut an.

Australien, das haben die meisten mitbekommen, ist ausnahmsweise auch mal dabei und zwar mit einer gute Laune Nummer. Ganz okay, aber sicher keine Offenbarung. Ich denke sie schaffen es locker in die Top 10 (was sie auch verdient hätten), während ich die Chancen der Gastgeber aus Österreich gar nicht einschätzen kann. Die sind einer jungen Band und einem Coldplay-Cover-Lied am Start, das nur mal so am Rande.

Mal gucken wie ich das alles in 3 Wochen sehe.

Also. Merken:

Norwegen

Slowenien, Estland

Finnland

Italien, Australien

(Eigentlich will ich das Norwegen vor Finnland und Italien gewinnt, egal wie ich die Lieder finde. )

 

 

3 Kommentare 1.5.15 21:00, kommentieren


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