@irsign's blog


Danke, Frau Widmer!

Dr. Alexandra Widmer von der sehr empfehlenswerten Seite Stark und Alleinerziehend wurde zum Demokratie-Kongress eingeladen und hat auf ihrer Seite beschrieben, wie es dazu kam und was sie für eine Rede hielt. Lesenswert!

http://www.starkundalleinerziehend.de/demoktratiekongress/

Sie sagte folgendes (von der Seite oben kopiert, für die, die zu faul sind auf den Link zu klicken:

"Wenn sie an J.K. Rowling denken, dann denken sie an die reichste Frau Englands und natürlich an Harry Potter. Sie denken nicht an eine schwer depressive Mutter, die nach ihrer Scheidung als Sozialhilfeempfängerin Selbstmordpläne hatte.

Ich bin die, von der die meisten erwarten, dass sie jammert. Alleinerziehende, da denken viele an eine RTL2 Mama, die vor dem Fernsehen sitzt und ihr Leben auch sonst nicht gebacken bekommt.

Oder der Vorwurf: Wenn Familien sich trennen, was hat denn der Staat damit zu tun.

Ich hatte mir immer von Herzen eine Familie gewünscht und bekam zwei wunderbare Töchter. Einen Tag, nachdem uns der Architekt unseren Hausentwurf vorgestellt hatte, sagte mein Partner: Ich gehe. Das war´s.

Plötzlich stand ich da mit einer 3-jährigen, die ihren Vater jeden Abend vermisst und einem 12 Monate alten Baby, welches ich noch stillte.

Nach 15 Stunden auf den Beinen mit einen Teilzeitjob in einer Praxis, dem Haushalt und zwei Kleinkindern fiel ich abends ins Koma.

Ich war müde, erschöpft, traurig und wütend.

Jetzt werden sie sagen: Warum? Die ist doch vom Fach und müsste es doch besser wissen?! Pustekuchen. Da ging nichts mehr.

Ich fing an Hilfe zu suchen. Was tut man in der Situation? Googelt das Wort „alleinerziehend.“ Anfang 2012.

Hier können sie Hartz 4 beantragen, hier bekommen sie Wohngeld. Und ein paar Familienanwälte, die ihre Dienste vorstellten und ohne uns schon längst arbeitslos wären.

Was ich aber nicht entdeckte, waren Vorbilder und Lösungen, wie ich diese Lebensphase gesund meistern kann. Also versuchte ich mein Glück vor Ort. Ich suchte nach Gruppenangeboten für Alleinerziehende. Einen ganzen Vormittag. Nichts. Eine Pädagogin einer Elternschule sagte etwas, was ich nie vergessen werde.

Sie sagte, die Alleinerziehenden schämen sich und mischen sich lieber unter die anderen Eltern. Zu den Angeboten ist nie jemand gekommen.

Ich war entsetzt. Und das in einem Land, wo jede 4. bis 5. Frau alleinerziehend ist.

Was machen die Alleinerziehenden stattdessen? Sie kämpfen, sie funktionieren. Oft über 20 Jahre. Und das hat Folgen. Sie sind nachweislich körperlich und auch psychisch viel kränker. Auf eine depressive Mutter in einer Paarbeziehung kommen ungefähr 4 depressive Alleinerziehende. Sie sind gestresster als Abteilungsleiter. So titelte vor kurzem die DAK. Und nicht nur das. Leider hat das oft auch Folgen für ihre Kinder, wenn Mama keine Kraft mehr hat.

Es kommt zu einer Frustration aller psychischen Grundbedürfnisse. Verlust von Sicherheit und Kontrolle, oft Verlust von Freunden und Familie, keine bis wenig Erholung, Verlust von Selbstwertgefühl. Nicht zu vergessen die ungerechte Besteuerung der Alleinerziehenden. Ich werde mit meinen Töchtern nicht als Familie definiert und darf mehr Steuern zahlen wie ein kinderloses Ehepaar.

Und trotz der Tatsache, dass über 70 % der Alleinerziehenden einen mittleren bis hohen Bildungsabschluss haben, bekommen wir die Altersarmut oben drauf noch geschenkt.

Die fehlenden Hilfen veranlassten mich 2014 das Projekt Stark und alleinerziehend zu gründen. Stark bedeutet für mich, den Mut zu haben sich frühzeitig Hilfe zu holen. Mein Ziel ist die Hilfe zu Selbsthilfe. In meinem Forum beteilige ich die Frauen, gebe ihnen Selbstvertrauen, zeige ihnen Vorbilder, mache Mut und zeige ihnen eine Zukunft auf.

Und wo erreiche ich sie?

Abends online auf dem Sofa. Und nicht morgens um 10:00 Uhr in der Beratungsstelle. In der Zeit geht es darum den Arbeitsplatz zu erhalten und so wird der Anspruch auf eigene Hilfe zurückgestellt.

Was denken sie, wie viele Besucher ich seitdem auf meiner Webseite hatte?

Über eine Million in knapp 3 Jahren.

Einerseits freut mich das, andererseits finde ich das erschreckend. Wir sind keine Randgruppe. Wir sind in Deutschland mehr als es Einwohner in Los Angeles hat.

Welche Rahmenbedingungen braucht es, damit Alleinerziehende sich beteiligen ist die Frage. Ausgegrenzte, erschöpfte und kranke Alleinerziehende werden sich nicht in der Demokratie beteiligen.

Wir müssen sie aus ihrer Isolation holen, ihnen ihr Vertrauen zurückgeben und ihnen eine Gemeinschaft bieten. Dazu benötigen wir eine  niedrigschwellige, digitale Plattform, die auch die letzte Alleinerziehende auf dem Dorf erreicht und ergänzend zu den bestehenden Hilfen in Deutschland  eine psychosoziale Online-Beratung und Vernetzung anbietet.

Mein Wissen und Erfahrungen und ihre Mittel lassen diese Plattform heute Abend online gehen. Nur so verschwenden wir nicht das Potential  von über 4 Millionen Menschen (Alleinerziehende plus ihre Kinder).

Denn das kann sich eine Demokratie nicht leisten!

Danke!"

 

Danke, Frau Widmer!

15.3.17 22:31, kommentieren

English for Runaways

Wenn Kinder erst ein paar Jahre Englisch lernen, ist es großartig, sie zu ermutigen ihr Gelerntes auch mal auszuprobieren, sei es in alltäglichen Kommunikationsituationen als auch beim Schreiben von Briefen. Ein paar lustige Sachen sind mir dabei schon untergekommen. Wenn ich dran denke, werde ich die ein oder andere Anekdote in Zukunft hier notieren. Zu viele Dinge sind mir nämlich leider schon wieder entfallen.

I'm not safe. (Ich bin mir nicht sicher.)

What's the weather bei you? (Wie ist das Wetter bei euch?)

I do a lot of looking TV. (Ich schaue viel TV.)

I learn English so so.  (Im Englischlernen bin ich so mittelprächtig.)

Großartig auch die Frage:

Warum heißt es staff room (Lehrerzimmer)? Da sind doch Lehrer drine und keine Dinge (stuff).

Have you! (Hab' dich *beim Fangen spielen*)

20.2.17 21:04, kommentieren

Die Liebe ist ein komisches Ding

Ich verstehe nicht so ganz, wie man als erwachsener Mensch mit etwas Lebenserfahrung die sogenannte Leidenschaft und das Herzklopfen durch das gute alte 'langweilige' Vertrauen ersetzen kann. (edit: ich meine das natürlich genau umgekehrt)
 
Natürlich ist das Verliebtheitsgegühl eines der tollsten Gefühle, die es gibt und wir alle wollen es nicht missen. Aber ein jeder weiß doch, dass das nicht von Dauer ist und nur der Partnerfindung dient. Die Verliebtheit wird irgendwann abgelöst von Intimität und Vertrauen, was für viele die Definition von Liebe ist. Die Verliebtheit ist die Basis aus dem dann die Liebe, wenn es passt, geformt werden kann.
 
Die Verliebtheit, die ja mit der Zeit schwindet, wird oftmals zu viel Bedeutung beigemessen. Die Liebe hingegen wird statt dessen zu wenig gepflegt. Die Liebe kommt nicht mal eben so zugeflogen. Zur Liebe entscheidet man sich. Und: Man muss sie pflegen. Durch Kommunikation, Kompromisse und manchmal auch durch das hinten Anstellen des eigenen Glücks.
 
Wenn man sich irgendwann entscheidet eine andere Frau oder einen anderen Mann, als jene/n, der/dem man vertraut hat, zu lieben, ist das eine bewusste Entscheidung und nicht einfach so passiert. Vielleicht haben dem einen Freundschaft und Vertrauen nicht mehr ausgereicht.
 
Ich wünschte mir, dass man die Energie, die man in eine neue Beziehung investiert, auch mal in bestehende Partnerschaften investiert. Ich meine, nichts ist einfacher als zu heiraten. Aber eine Ehe aufrecht zu erhalten erfordert Arbeit. Komisch, dass so viele Menschen diese Arbeit scheuen, nicht aber die Arbeit das Umgarnens der neuen Person. Und wofür? Nur für den Kick für den Augenblick?
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
found here

18.1.17 21:50, kommentieren

Angst

Bevor man ein Kind bekommt, denkt man, dass das Schlimmste was passieren könnte der Tod des Kindes ist. Das ist auch in der Tat so. Nur, dass die Angst noch viel, viel schlimmer ist, als man es sich jemals vorstellen konnte. Jemand hat mal zu mir gesagt, dass er erst wüsste was Angst ist seitdem er Kinder hätte. Und das ist so wahr. Alles was man vorher als Angst empfunden hat ist pillepalle dagegen.

 

Was einem vorher nicht bewusst war, dass das aber nicht die einzige Angst ist. Damit verbunden sind nämlich auch Ängste vor der eigenen Krankheit. Was wenn man selbst krank wird und sich nicht kümmern kann oder der Vater? Niemand hat einem gesagt, dass jeder Krebstod eines Elternteils von dem man z.B. im Fernsehen erfährt einen Kloß im Hals verursacht.

 

Der Begriff Löwenmutter hat für mich jedenfalls eine ganz neue Bedeutung. Löwenmutter heißt für mich nicht, dass ich aufpasse, dass kein anderes Kind meinem sein Sandförmchen wegnimmt. Es heißt für mich auch nicht, dass man das Kind nicht kritisieren darf. Nein. Es heißt, dass man alles tut dafür, dass es dem Kind SEELISCH gut geht. Dazu gehört z.B., dass man im Straßenverkehr noch mehr aufpasst als vorher, auch wenn das Kind nicht an Bord ist, denn man will ja nicht dem Kind die Mutter wegnehmen. Passiert etwas, was dem Kind vermeintlich seelisch schaden könnte, dann wird man zur Löwenmutter. Man entwickelt unglaubliche Gefühle. Hass, Liebe, Wut in seiner extremsten Form. Gefühle, von denen man vorher teilweise nicht einmal wusste, dass sie in einem schlummern. Und man kämpft für das vermeintliche Wohl des Kindes. Allein der Gedanke daran, dass dem Kind auch nur etwas schaden könnte, können einen ohnmächtig vor Wut machen. Niemand hat einen vor diesen Gefühlen gewarnt.

2.8.16 22:37, kommentieren

Westdeutsche Familien und Kinder - Teil 2

Ein wirklich sehr guter und treffender Artikel aus FAZ zum Thema von neulich. LESEEMPFEHLUNG!

9.6.15 20:19, kommentieren

(West)Deutschland und die Papas

Wenn Männer sich um das Kind genauso kümmern wie die Frau, gibt es drei Möglichkeiten.

Die erste: Das Paar wohnt/lebt in Skandinavien, wo Frau und Mann beide arbeiten gehen, das Kind in die Kita geht, sich beide gleich kümmern und auch mal der Banker das Kind vom Kindergarten abholt und das Wort Femminismus total überflüssig ist.

Möglichkeit zwei:

Du hast eine Zeitmaschine genommen, bist ins Jahr 1988 gefahren und in Ostdeutlschland gelandet.

Möglichkeit drei:

Du bist einfach ein normal denkender Mensch, der es noch nie so mit 60er Jahren Rollenclichés hatte.

Ich persönlich finde alle drei Möglichkeiten ziemlich normal und nicht weiter erwähnenswert. Der einzige Unterschied zwischen Mama und Papa ist, dass die Mama das Kind kriegt, mehr nicht.

Nun gibt es immernoch viele Menschen und Politiker die in alten Rollen verhaften. Der Mann geht arbeiten, Frau bleibt zu Hause, kümmert sich, usw. Können sie von mir aus tun, habe ich ÜBERHAUPT kein Problem mit, wenn alle Beteiligten glücklich und zufrieden sind. Manchmal ist dieses Schicksal auch nicht immer freiwillig gewählt, da das mit dem Arbeiten und Wetsdeutschland leider immer noch etwas schwierig ist. Aber wie gesagt, jeder so wie er will!

Was ich ja nicht so ganz verstehe sind Menschen, die sich zwar sagen, dass sich sich ja genauso um das Kind kümmern wie die Frau, es aber permanent als etwas ABSOLUT weltbewegendes Darstellen, dass sie ihre Frau entlasten und ganz stark betonen, dass sie ja nicht dem Rollencliché entsprechen. Ich meine, ich bin ja so froh, dass manche so einen tollen Mann haben, der die ganze Zeit davon labert, dass er nicht den 60er Jahre Rollenclichés entspricht, aber irgendwie ist das für mich so wie mit Menschen, die die ganze Zeit über Sex reden. Da denke ich auch immer: Wer viel drüber redet hat keinen oder will keinen. In mir keimt einfach dieses Gefühl beim Zuhören / Lesen, dass da jemand doch in Clichés denkt und dann muss man ja erwähnen, dass man ja gar nicht so ist.  So ähnlich wie sich man einer ja auch mal beweisen muss, dass er nicht schwul ist oder nicht ausländerfeindlich oder so ('Mein Kollege ist Ausländer').

Wenn man so einen 60erJahreCliché-Mann reden hört (was er ja natürlich nicht ist! *hüstel*), sollte man wirklich mal drüber nachdenken, ob man ihm mindestens den Oscar UND den Nobelpreis verleihen sollte. Ja gut, es gibt auch Männer die nehmen Elternzeit und die Frau geht arbeiten. Manch einer soll ja sogar das Kind manchmal in die Kita bringen und abholen oder sogar nachts zum Füttern aufstehen. Das ist ja schon alles sehr außergewöhnlich für einen westdeutschen Mann, aber das sind dann ja so Normaldenkende, das zählt ja nicht. Nur wenn man das die GANZE Zeit kundtut, dass man von der Arbeit kommt und dann die verbliebenen paar Minuten bis das Kind ins Bett geht Zeit mit selbigen verbringt, nur dann muss man schon ein ganz besonderer Papa sein, sonst müsste man das doch nicht extra erwähnen, oder? So besonders, dass man das permanent erzählen muss. Vielleicht können diese Menschen ja auch FIFA Präsident werden oder mindestens Griechenland retten!

Ach ja, ihr seht schon. Wahrscheinlich bin ich nur a) neidisch oder b) eine Rabenmutter, die alles ihren Mann machen lässt und es nicht wahrhaben will, dass andere Väter NOCH toller sind. Sucht es euch aus!

6.6.15 13:49, kommentieren

Nachtrag zur ESC-Zusammenfassung

Und hier noch einige Fakten zum Jury- und Televoting, die ich eben las. Schweden hat primär aufgrund des Juryvotings gewonnen, Måns Zelmerlöw kam bei den Juroren auf den ersten Rang, im reinen Televoting allerdings nur auf den dritten Platz. Wäre es nur nach den Juroren gegangen, hätte Schweden mit 353 Zählern eindeutig vor Lettland und Russland gewonnen. Deutschland wäre zumindest mit 24 Punkten auf den 20. Rang gelandet, Polen hätte den letzten Platz belegt.

 

Beim reinem Televoting hätte der Sieger Il Volo aus Italien geheißen, ebenfalls relativ eindeutig mit 356 Punkten vor Russland mit 286 Zählern und Schweden mit 272 Punkten. Auf den Plätzen dahinter tummeln sich Belgien, Estland und Australien. Das von den Juroren hoch bepunktete Lettland hätte den neunten Rang belegt. Im reinen Televoting wäre Deutschland vor Großbritannien, Frankreich und Österreich auf dem 24. Platz gelandet. Auch im Televoting hätte Österreich keinen einzigen Punkt erhalten, dafür allerdings 40 im Juryvoting, was Platz 13 für die Gastgeber bedeutet hätte.  

 

Jury:
1. Schweden
2. Lettland
3. Russland
13. Österreich
20. Deutschland

Televoting:
1. Italien
2. Russland
3. Schweden
4. Belgien
5. Estland
6. Australien
9. Lettland
24. Deutschland
25. GB
26. Frankreich
27. Österreich

Gesamt-Platzierungen

1. Schweden: Måns Zelmerlöw
2. Russland: Polina Gagarina
3. Italien: Il Volo
4. Belgien: Loïc Nottet
5. Australien: Guy Sebastian
6. Lettland: Aminata Savadogo
7. Estland: Elina Born & Stig Rästa
8. Norwegen: Mørland & Debrah Scarlett
9. Israel: Nadav Guedj
10. Serbien: Bojana Stamenov
 
Die letzten Jahre waren sich Jury und Publikum ja immer einig, was den Sieger angeht. Nur 2011 waren sich Jury und Publikum ebenfalls uneins. Damals war es genau andersrum. Es gewann Aserbaidschan auf Grund des Televotings, während Italien bei den Juroren gewann und somit insgesamt auf dem 2. Platz landete.
 
Mehr dazu übrigens hier .

25.5.15 13:40, kommentieren


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